Projektthemen

(Auswahl)

  • Zwischen Spielplatz und Tablet

    Smarte Geräte haben rasanten Einzug in unsere Wohnungen gehalten und ihre Nutzung gehört zum Alltag. Es liegt in der Verantwortung der Eltern, ihren Kindern Medienkompetenz zu vermitteln. Ziel sollte es sein, eine gesunde Balance zwischen der realen und der virtuellen Welt zu finden. Dabei muss uns bewusst sein, dass der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien ein Lernprozess ist, der in kleinen Schritten erfolgt.


    Viele Eltern sind unsicher, was den Umgang mit den digitalen Medien angeht. Um die Eltern bei der Beantwortung dieser und anderer Fragen zu unterstützen und ihnen ein Stück weit Sicherheit im Thema Mediennutzung zu vermitteln, hat das Team der Beratungsstelle ein kostenfreies Angebot für Eltern von Vorschulkindern zum Thema „Aufwachsen in Medienwelten“ entwickelt. 


    Einmischung erlaubt? Dürfen Großeltern miterziehen?

    Großeltern spielen eine wichtige Rolle für junge Familien. Über die Hälfte der Großeltern in Deutschland betreuen ihre Enkel, ein Viertel von ihnen regelmäßig. Wenn Oma und Opa involviert sind, können jedoch auch Konflikte zwischen Eltern und Großeltern entstehen. Es ist sowohl für Großeltern als auch für Eltern nicht immer einfach, den passenden Grad zwischen Oma-Opa-Bonus und Eingriff in die elterliche Erziehung zu meistern.


    Konflikte zwischen Eltern und Großeltern lassen sich nicht gänzlich vermeiden. Manchmal ist die Situation so verzwickt, dass es hilfreich sein kann, sich mit Externen auszutauschen, die mit einer neutralen Brille den Konflikt betrachten. Die Beratungsstelle an der Dill wird bei Generationenkonflikten immer öfter angefragt. Außerdem wenden sich auch die Großeltern selbst an die Beratungsstelle, weil sie ein Gespräch und Beratung suchen. 

  • Kleine Helden in Not

    Rund jedes sechste Kind wächst in Deutschland mit psychisch kranken Eltern auf. Psychisch kranke Eltern überfordern ihre Kinder. In den betroffenen Familien werden oft die Rollen getauscht. Die Kinder übernehmen Verantwortung für ihre Eltern statt umgekehrt, häufig suchen die Kinder die Schuld bei sich. Ihre eigenen Bedürfnisse stellen betroffene Kinder zurück und spielen die Probleme gegenüber Dritten herunter. Meist wagen sich die Kinder aus falsch verstandener Loyalität auch nicht, sich einem Menschen ausserhalb der Familie anzuvertrauen.


    Auch in der Beratungsstelle steigt die Zahl der Anmeldungen, bei denen psychische Erkrankungen eine Rolle spielen. Die Begleitung der Kinder psychisch kranker Eltern liegt uns besonders am Herzen, weil rechtzeitige Hilfen für Kinder dazu beitragen können, eigene psychische Erkrankungen zu verhindern. Wir unterstützen durch Einzelfallberatung der Familien, planen ein Gruppenangebot für die Kinder und bieten bereits im präventiven Bereich Schulungen für Erzieher:innen an.

  • SOS alleinerziehend

    Alleinerziehende leisten sehr viel und sind vom Stressniveau auf dem Level eines Managers. Vereinbarkeit von Beruf, Kind und Haushalt müssen umgesetzt und viele wichtige Entscheidungen müssen alleine getroffen werden. Da kann es schon einmal sein, dass sie an ihre Grenzen stossen und Unterstützung benötigen, um sich in ihrem neuen Leben zurecht zu finden – am besten, bevor es zur völligen Erschöpfung kommt.


    Hier möchte die Beratungsstelle ansetzen und helfen. Menschen in vergleichbaren Lebenssituationen sollen erleben, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Es gibt die Möglichkeit sich auszutauschen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und spraktikable Hilfestellungen zu erhalten, wie man den Kindern und sich selbst gerecht werden kann. Darüber hinaus werden praktikable Hilfestellungen für den Alltag vermittelt.

  • Kinder helfen Kindern

    In der Beratungsstelle geht es bei rund 50% des Beratungsbedarfs um Trennungs- und Scheidungsproblematik. Trennung und Scheidung bedeutet für jede betroffene Familie eine Krise, die für alle Familienmitglieder schmerzliche Veränderungen mit sich bringt. Kinder sind auf Grund ihrer emotionalen und materiellen Abhängigkeit am stärksten von der Trennung der Eltern betroffen. Bei den Eltern geht die Beziehung in die Brüche, aber für die Kinder geht ihre komplette Welt in die Brüche. Daher benötigen Sie in dieser Zeit besondere Unterstützung.


    Die Beratungsstelle bietet daher Kindern mit einem Gruppenangebot die Möglichkeit, sich mit anderen Kindern in einer ähnlichen Lebenssituation auszutauschen. In der Gruppe lernen sie, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Der Austausch erfolgt während insgesamt 8 Gruppentreffen. Vor Gruppenbeginn findet ein Elterngespräch statt.

  • Situationen gewaltfrei meistern

    Manche Kinder werden schnell wütend, beschimpfen andere, streiten oder prügeln sich oder lassen sich provozieren. Hilflos wenden sie Gewalt an, um sich durchzusetzen und geraten so in Konflikte. Andere Kinder sind unsicher und sehr schüchtern, trauen sich nicht auf andere zuzugehen und Kontakte zu knüpfen, finden daher nur schwer Anschluss und leiden darunter. Manche wollen nicht in die Schule, weil sie wissen, dass sie dort alleine sind. Sie ziehen sich immer mehr zurück. Die Beratungsstelle möchte diese Kinder durch ein spezielles Gruppenangebot beim Aufbau wichtiger sozialer Kompetenzen unterstützen.


    Trainingsschwerpunkte

    • Auf andere zugehen
    • Gefühle bei sich selbst und anderen erkennen
    • Grenzen setzen und einhalten
    • Andere Meinungen gelten lassen
    • Konflikte wahrnehmen und gewaltfrei lösen

    Vorteile des Gruppenangebotes


    Die Kinder haben die Möglichkeit in Gruppen von Gleichaltrigen, wichtige soziale Erfahrungen zu sammeln. Kinder mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen treffen aufeinander, arbeiten zusammen und lernen voneinander. Die Gruppe wird von zwei Trainerinnen der Herborner Beratungsstelle geleitet. Die einzelnen Gruppentermine werden mit verschiedenen Materialien kindgerecht und therapeutisch wirksam begleitet.

  • Kompetenztraining in der Schule

    Eine regionale Grundschule hatte sich aufgrund des schlechten Klassenklimas und der häufigen Konflikte innerhalb der Klasse an die Beratungsstelle mit der Bitte um Unterstützung gewandt. Die Mitarbeitenden der Beratungsstelle kamen an insgesamt zehn Freitagen in die Schule und haben gemeinsam mit Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften gearbeitet. Spielerisch lernten die Kinder wieder besser miteinander umzugehen. Es wurden wichtige Verhaltensregeln erarbeitet, das Miteinander wurde gefördert. Darüber hinaus wurden auch den Eltern an zwei Abenden Hilfe angeboten.


    Aus einer Anfrage wurde ein präventives Projekt.

  • Konzentrationstraining

    Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen zählen zu den häufigen Erscheinungen unserer schnelllebigen, reizüberfluteten Gesellschaft. Konzentrationstrainings eignen sich für Schüler, die unstrukturiert und planlos an Aufgaben herangehen, nicht lange bei der Sache bleiben, zu negativen Selbsteinschätzungen neigen, dadurch viel Zeit für Hausaufgaben und Klassenarbeiten benötigen und häufig Flüchtigkeitsfehler machen.


    Wenn die Motivation eines Kindes nachgelassen hat, kann ein Konzentrationstraining dem Kind spielerisch und kindgerecht zu mehr Ausdauer und Aufmerksamkeit beim Lernen verhelfen. Aufgrund des hohen Bedarfs hat die Beratungsstelle in Kooperation mit dem Kinderarzt Dr. Mader aus Dillenburg bereits eine ganze Reihe von Konzentrationstrainings durchgeführt. Mit Hilfe von speziellen Lern- und Arbeitstechniken (Entspannung, Reflexiver Arbeitsstil, Stärkung des Selbstbewusstseins, Training aller Sinne und Motivation durch Erfolgserlebnisse) wurde die Verbesserung des Konzentrationsverhaltens geschult. Darüber hinaus wurden auch die Eltern in Informationsabenden eingebunden und erhielten viele hilfreiche Tipps, wie sie ihr Kind bei den Hausaufgaben unterstützen können. Insgesamt wurden bislang mehr als fünf Trainingsreihen mit unterschiedlichen Gruppen durchgeführt. Die finanziellen Mittel dafür wurden von der Stiftung bereitgestellt.

  • Stärken stärken

    Mit diesem Projekt richtete sich die Beratungsstelle an männliche Jugendliche im Alter von 15 Jahren, die ihre schulischen Leistungen und ihre soziale Kompetenz in der Interaktion mit anderen verbessern wollen. Das Projekt wurde komplett aus Mitteln der Stiftung Familie Leben finanziert.


    Jeder Jugendliche formulierte im Vorfeld eigene Ziele, die er erreichen möchte. Dies erhöht die Eigenmotivation. In der Gruppe wurden gemeinsam interessante Aktionen und Tätigkeiten geplant und im Anschluss daran auch gemeinsam durchgeführt. Jeder Einzelne musste seinen Beitrag dazu leisten, indem er die Verantwortung für die Vorbereitung bestimmter Aktionen übernahm. Die Erfüllung der jeweiligen Aufgaben soll immer dabei helfen, den individuellen Zielen der Jugendlichen näher zu kommen. Nach dem Motto „Wann ist ein Mann ein Mann?” hatten die Jugendlichen darüber hinaus die Möglichkeit, während der Gruppentreffen auf andere männliche Vorbilder zu treffen und sich mit diesen auszutauschen. Das Projekt wurde in einer Kleingruppe mit vier Teilnehmern durchgeführt. Monatlich fanden ein bis zwei Treffen statt. Diese wurden durch Elterngespräche in regelmässigen Abständen ergänzt.

  • Schwächen schwächen

    Marvin hat Schwierigkeiten damit, Dinge langfristig zu planen. Er verliert schnell den Überblick und neigt dazu, wichtige Teilaspekte zu vergessen. Um eine gemeinsame Aktion im Rahmen des Gruppenprojektes vorzubereiten, muss er im Vorfeld eine Reihe von Informationen einholen, sammeln und auswerten. Dabei hilft ihm Samuel, dessen Stärke genau darin liegt. Somit profitieren beide. Marvin lernt von Samuel, wie man sich selbst und Dinge organisiert. Samuels Selbstwertgefühl wird gestärkt, weil er Dinge, die er gut kann an andere weitergeben kann.